Wenn man öfters mit Microsoft Excel arbeitet und mittelgrosse bis grosse Arbeitsmappen erstellt oder mit VBA programmiert, dann ist es nicht ungewöhnlich, dass man irgendwann die eine oder andere Excel- oder VBA-Limitation erreicht. Das soll nicht heissen, dass dieses Microsoft Office-Programm zu wenig leistungsfähig oder sogar ungeeignet für umfangreiche Arbeitsmappen ist. Im Gegenteil: Microsoft Excel ist sehr wohl in der Lage, grosse und mit allen nur denkbaren Features wie Makros, Benutzerformularen und eingebetteten Objekten vollgepackte Arbeitsmappen zu bewältigen. Auch Mappen mit vielen komplexen Berechnungen stellen kein Problem dar.
Ein meiner Meinung nach hervorragendes Beispiel ist der Sonnensystem-Simulator von K & K - Kühnlein & Kraus (Astroexcel.de/Excelformeln.de). Als ich diese Arbeitsmappe zum ersten Mal sah, konnte ich meinen Augen kaum trauen. Der Simulator berechnet und visualisiert die Planetenbahnen unseres Sonnensystems in Echtzeit, dreidimensional und massstabgetreu - eine wahre Meisterleistung. Mal abgesehen davon, dass ich nur die Hälfte von dem verstehe, was da an Informationen ausgegeben wird (oder wissen Sie, was Elongation, Apogäum, Nutation und Kolongitude sind?), interessierten mich insbesondere die technischen Daten der Arbeitsmappe. Hier ein paar Angaben zum Inhalt der Simulator-Mappe:
| Merkmal | Anzahl |
| Arbeitsblätter (Tabellenblätter) | 18 |
| Benutzte Zellen | 1'804'453 |
| Zellen mit Formeln | 40'689 |
| Zellen mit Konstanten | 34'736 |
| Diagramme | 2 |
| Andere Objekte (Grafiken, Steuerelemente, AutoFormen etc.) |
85 |
| Gültigkeitsprüfungen | > 150 |
| Verschiedene Zellformate | 952 |
| Codemodule im VBA-Projekt | 3 |
| Makros | 10 |
Ich habe die Arbeitsmappe auf einem alten Computer (300 MHz CPU) mit Microsoft Excel 97 ausprobiert. Das Erstaunliche ist, dass Microsoft Excel nicht die geringste Schwäche zeigt, obwohl die benutzten Zellbereiche aller Blätter mehr als 1.8 Millionen Zellen umfassen und davon über 40'000 Zellen mit Formeln sowie rund 35'000 Zellen mit Konstanten gefüllt sind. Die Mappe belegt in Excel lediglich etwa 8 MB Arbeitsspeicher. Ausserdem ist die Arbeitsmappendatei nur 3.6 MB gross. Sie können den Sonnensystem-Simulator bei www.excelformeln.de auf der Seite http://www.excelformeln.de/tips.html?welcher=52 herunterladen.
Um beim Thema Dateigrösse zu bleiben: Eine Arbeitsmappe mit einer Dateigrösse von 200 MB ist ohne weiteres machbar. Die grösste Exceldatei, die ich jemals angetroffen habe, war unvorstellbare 227 MB gross. Wohlgemerkt kann die Dauer für die Neuberechnung einer derart grossen Arbeitsmappe durchaus 20 Minuten und mehr betragen, ohne dass jedoch bei der Berechnung Fehler auftreten, Fehlerwerte angezeigt werden oder Formeln quasi "vergessen gehen".
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Es gibt allerdings - wie in jeder Software - ein paar Einschränkungen. Oder anders ausgedrückt: Es gibt so genannte Limitationen. Zweifellos ist es am besten, wenn man diese Limitationen, Spezifikationen und Grenzen schon im voraus kennt, also bevor man sie erreicht oder gar überschreitet. Denn nur so kann man diese Einschränkungen bereits bei der Planung, Konzeption und Realisierung der Excel-Arbeitmappe bzw. Excel-Anwendung berücksichtigen. Doch wie erfährt man, welche Limitationen es überhaupt gibt?
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Auf XLimits werden sämtliche derzeit bekannten Limitationen und Spezifikationen vorgestellt, die es in Microsoft Excel und verschiedenen anderen Programmen gibt.
Ein bekanntes Beispiel aus dem Alltag
Es kommt immer wieder vor, dass ein unerfahrener Benutzer ein Tabellenblatt erstellt, auf dem für jeden Tag eines Kalenderjahres eine Spalte mit Informationen gefüllt wird. Er startet am 1. Januar in der Spalte A. Am nächsten Tag, dem 2. Januar, füllt er die Spalte B. Die Tage verstreichen und immer mehr Spalten werden benutzt. Nach 256 Tagen, d.h. am 13. September beziehungsweise am 12. September bei einem Schaltjahr, bemerkt er, dass keine Spalten mehr verfügbar sind. Sämtliche Spalten des Tabellenblattes sind belegt. Der Benutzer steht nun vor einem ziemlich grossen Problem, weil in Microsoft Excel ein Tabellenblatt maximal 256 Spalten enthalten kann.
Ein anderes Beispiel aus dem Alltag
Angenommen Sie möchten ein Tabellenblatt mit einer Datenliste anlegen, wobei die Schriftfarbe der Datensätze basierend auf bestimmten Bedingungen automatisch eingestellt werden soll. Sie entscheiden sich - absolut nachvollziehbar - für den Einsatz der "bedingten Formatierung" zur Steuerung der Schriftfarbe. Als gewissenhafter Benutzer haben Sie sich vorgängig überlegt, mit wievielen Daten zu rechnen ist, d.h. die gesamte Anzahl der Datensätze. Nehmen wir an, die Datenliste soll alle Umsätze eines Bankkontos für ein Kalenderjahr - also 12 Monate - enthalten. Jeder Monat besitzt etwa 200 Umsatz-Buchungen; eher ein bisschen mehr. Das ergibt somit total mindestens 2'400 Datensätze (Zeilen) im Tabellenblatt, und diese sollen mit einer bedingten Formatierung ausgestattet werden.
Bei denjenigen Lesern, die sich gut mit Excel-Limitationen auskennen, müsste jetzt eine Warnlampe aufleuchten! Ist Ihnen aufgefallen, welches Problem auf Sie zukommen wird? Microsoft Excel besitzt die Limitation, dass auf einem Arbeitsblatt maximal 2'050 Zeilen mit einer bedingten Formatierung belegt werden können. Das bedeutet, dass nicht alle erwarteten 2'400 Datensätze auf diese Weise formatiert werden können. Der Lösungsansatz mit der bedingten Formatierung funktioniert bei dieser Aufgabenstellung somit nicht beziehungsweise nur eingeschränkt. Wenn Ihnen diese Limitation der bedingten Formatierung nicht bekannt ist, und Sie verwenden diese Funktionalität in Ihrer Lösung, werden Sie ungefähr im Monat Oktober oder November, d.h. nach Eingabe von mehr als 2'050 Datensätzen, die unangenehme Feststellung machen, dass sich die Arbeitsmappe nicht mehr fehlerfrei beziehungsweise ohne Verlust einiger Formatierungen speichern lässt.
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Zuletzt aktualisiert am
17.12.2008 / 08:00 Uhr
Zuletzt kontrolliert am 14.03.2010 / 13:00 Uhr
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